Corona-Beschränkungen in mehreren Bundesländern aufgehoben

Bei Großveranstaltungen in Stadien wurden die Zutrittsbeschränkungen aufgehoben, und die Clubs wurden ohne Masken und soziale Distanzierung wieder geöffnet. Gesundheitsexperten warnen jedoch davor, dass die Zahl der Fälle wieder steigen könnte, da sich in den kälteren Monaten mehr Menschen in geschlossenen Räumen aufhalten.

Die deutschen Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Bayern und Saarland heben am Freitag die meisten der noch bestehenden Beschränkungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus auf.

Die Behörden sind immer noch besorgt über die Auswirkungen der Pandemie und haben die Bürger aufgefordert, weiterhin Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Die Zahl der Neuinfektionen ist jedoch so gering, dass die Beschränkungen aufgehoben werden können.

Die Pandemie ist noch nicht vorbei und wir werden die weitere Entwicklung sehr genau beobachten müssen“, sagte der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.

Aber die aktuelle Zahl der Infektionen und die Fortschritte bei den Impfungen erlauben es uns, weitere Schritte in Richtung Normalität zu gehen. Gleichzeitig appelliere ich an die Bürgerinnen und Bürger, weiterhin verantwortungsvoll mit den wiedergewonnenen Freiheiten umzugehen“, so Laumann weiter.

Nordrhein-Westfalen gibt Großveranstaltungen wieder frei

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen gilt künftig keine Maskenpflicht mehr auf öffentlichen Plätzen im Freien. Sie werden aber weiterhin ausdrücklich empfohlen.

Auch die Obergrenze für die Zahl der Besucher von Fußballspielen, Stadien und Konzerten wird in dem Bundesland aufgehoben. Bisher durften bei Veranstaltungen nur bis zu 25.000 Personen und in Stadien nur bis zu 50 % der Sitzplatzkapazität zugelassen werden.

Darüber hinaus werden dort, wo bisher die teureren und zeitaufwändigeren PCR-Tests erforderlich waren, wie z. B. in Clubs, nun auch Antigen-Schnelltests akzeptiert. Allerdings dürfen diese Tests nicht älter als sechs Stunden sein.

PCR-Tests kosten in der Regel etwa 70-90 € und können ein bis zwei Tage in Anspruch nehmen, während Schnelltests innerhalb von Minuten Ergebnisse liefern und deutlich weniger kosten.

Das bayerische Nachtleben wird wieder eröffnet

In der Zwischenzeit werden im südlichen Bayern Clubs, Diskotheken und Bordelle wieder geöffnet, nachdem sie anderthalb Jahre lang geschlossen waren. Bayern war dafür bekannt, dass es während der Pandemie einige der strengsten Bewegungsbeschränkungen in Deutschland gab.

Ab Freitag gilt in Clubs, Diskotheken und Bordellen die “3G-Regel“, d. h., wer in Clubs geht, muss entweder getestet oder geimpft sein oder einen Nachweis über die Genesung von COVID vorlegen.

Angestellte in Einrichtungen mit Kundenkontakt müssen sich ebenfalls mindestens zweimal pro Woche einem PCR-Test unterziehen, wenn sie nicht geimpft sind. Bayern hat außerdem das Verbot von Volksfesten aufgehoben, so dass die Weihnachtsmärkte in diesem Jahr wieder stattfinden können.

Außerdem wird die Maskenpflicht in Schulen aufgehoben.

Saarland hebt die meisten Beschränkungen auf

Das Tanzen in Clubs wird auch im kleinen westlichen Bundesland Saarland wieder möglich sein. Ähnlich wie in Bayern müssen Clubgänger in geschlossenen Räumen keine Maske mehr tragen, da die 3G-Regel gilt. Die Einhaltung von Mindestabständen wird nicht mehr vorgeschrieben, sondern nur noch empfohlen.

Mit dem so genannten “Saarländischen Modell Plus” setzt die Landesregierung nach eigenen Angaben nun auf den gesunden Menschenverstand der Bürger. Der Schritt sei “ein Signal für mehr Eigenverantwortung“, sagte die stellvertretende Ministerpräsidentin des Saarlandes, Anke Rehlinger.

Auch Vorlesungen an den Universitäten werden künftig ohne Masken und Mindestabstand möglich sein. Die saarländische Lockerung ist jedoch vorläufig und kann nach 14 Tagen wieder geändert werden.

Unterdessen hat der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach vor einer weiteren Viruswelle im Herbst und Winter gewarnt.

Dreißig Prozent der Menschen unter 60 Jahren sind immer noch nicht geimpft. Diese enorme Zahl wird von uns unterschätzt.  Sie ist zu hoch, um einen Anstieg der Infektionszahlen zu verhindern“, sagte Lauterbach am Freitag dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Das Virus wird sich in der kalten Jahreszeit, wenn sich das Leben wieder in geschlossene Räume verlagert, weiter ausbreiten“, sagte er.